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Rockwell Härteprüfung
ISO 6508 und ASTM E18

Ablauf, Skalen und Anwendung des Tiefendifferenzverfahrens für metallische Werkstoffe

Ablauf der Rockwell Härteprüfung:
Ermittlung der Rockwellhärte HR

Die Rockwell Härteprüfung ist ein weltweit genormtes Tiefendifferenzverfahren (ISO 6508 / ASTM E18) zur Bestimmung der Härte von metallischen Werkstoffen. Im Gegensatz zu optischen Verfahren wie Brinell, Vickers oder Knoop wird bei der Härteprüfung nach Rockwell die bleibende Eindringtiefe eines Prüfkörpers gemessen.

Das Prinzip der Rockwell Härte ist einfach: Je tiefer der Eindringkörper bei konstanter Prüfkraft in die Werkstückoberfläche eindringt, desto geringer ist die Materialhärte. Aus dieser gemessenen Differenz wird der Härtewert (HR) direkt berechnet. Dieses Härteprüfverfahren nach Rockwell ist aufgrund seiner Schnelligkeit und Automatisierbarkeit eines der effizientesten Verfahren in der modernen Qualitätssicherung.

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Wichtige Merkmale und Normen der Rockwell Härteprüfung

Die Härteprüfung nach Rockwell ist als statisches Härteprüfverfahren definiert und lässt sich durch spezifische technische Parameter charakterisieren. Im Vergleich zu anderen Verfahren im Makrobereich zeichnet es sich durch folgende Merkmale aus:

  • Weltweite Normung: Das Verfahren entspricht den internationalen Standards nach ISO 6508 und ASTM E18.
  • Prüfkraftbereich: Mit dem Verfahren wird im Makrobereich Härte geprüft (Prüfkraft >= 49,03 N), und zwar mit einer Prüfkraft von 29,42 N bis 1471 N.
  • Messprinzip: Als klassisches Tiefendifferenzverfahren wird die Rockwell Härte nicht optisch, sondern über die bleibende Eindringtiefe ermittelt, die durch den Eindringkörper entsteht.
  • Form und Material des Eindringkörpers: Je nach Rockwell-Methode kommen ein Diamantkegel (120°) oder Hartmetallkugeln zum Einsatz.

Rockwell vs. Super Rockwell: Unterschiede der Verfahren

Grundsätzlich wird zwischen zwei Arten des Verfahrens unterschieden: dem klassischen Rockwell (Regular Rockwell) und dem Super Rockwell (Superficial Rockwell). Der Hauptunterschied liegt in der Höhe der Belastung und der Empfindlichkeit der Messung.

  • Rockwell (Regular): Die Prüfvorkraft beträgt standardmäßig 10 kgf. Die Gesamtkraft variiert je nach Skala zwischen 60, 100 oder 150 kgf.
  • Super Rockwell (Superficial): Dieses Verfahren nutzt eine deutlich geringere Prüfvorkraft von nur 3 kgf. Die Hauptlast liegt hier bei 15, 30 oder 45 kgf.

Prüfverfahren

Rockwell

Super Rockwell

Prüfvorkraft

10 kgf

10 kgf

10 kgf

3 kgf

3 kgf

3 kgf

Prüfgesamtkraft

150 kgf

100 kgf

60 kgf

45 kgf

30 kgf

15 kgf

Die Härtewerte von Super Rockwell sind umwertbar auf Rockwell und umgekehrt. Das Super-Rockwell-Verfahren wurde in den USA erfunden und ist dort in der Praxis wesentlich weiter verbreitet als in Europa. Es eignet sich besonders für die Anwendung bei der Härteprüfung von dünnen Bauteilen und Schichten bzw. bei Proben, deren ermittelter Härtewert außerhalb der regulären Rockwell-Skala liegt.

Rockwell Tabelle - Methoden und Anwendungen

Damit das Rockwell-Verfahren in der Praxis für unterschiedlichste Prüfanforderungen eingesetzt werden kann, wurden verschiedene Rockwell-Methoden entwickelt. Dies gilt sowohl für das klassische Rockwell-Verfahren als auch für das Super-Rockwell-Verfahren.

Die einzelnen Rockwell-Prüfmethoden unterscheiden sich in folgenden Punkten:

  • Art und Beschaffenheit des Eindringkörpers (Material, Form, Geometrie und Kugeldurchmesser)
  • Höhe der eingesetzten Gesamtprüfkraft (auch Hauptlast oder Hauptkraft genannt)
  • Skalenteilung zur Ermittlung der Eindringtiefe – je nach Rockwellskala beträgt die Grundeinheit h0 entweder 100 oder 130 Einheiten, wobei eine Einheit (E) 0,002 mm oder 0,001 mm entspricht
Rockwell-Skala Eindringkörper Prüfgesamtkraft (kgf) Typische Anwendungen & Werkstoffe
HRA Diamantkegel 120° 60 Einsatzgehärtete Stähle und Legierungen, Hartmetalle
HRBW 1/16" Hartmetallkugel 100 Kupfer (Cu)-Legierungen, ungehärtete Stähle (in den USA auch für Stahl bis ca. 686 N/mm²)
HRC Diamantkegel 120° 150 Einsatzgehärtete Stähle und Legierungen, Hartmetalle (gebräuchlichste Skala)
HRD Diamantkegel 120° 100 Einsatzgehärtete Stähle und Legierungen, Hartmetalle
HREW 1/8" Hartmetallkugel 100 Aluminium (Al)-Legierungen, Kupfer (Cu)-Legierungen
HRFW 1/16" Hartmetallkugel 60 Dünnes, weiches Stahlblech
HRGW 1/16" Hartmetallkugel 150 Bronze, Kupfer (Cu), Gusseisen
HRHW 1/8" Hartmetallkugel 60 Aluminium (Al), Zink (Zn), Blei (Pb)
HRKW 1/8" Hartmetallkugel 150 Lagermetalle und andere sehr weiche oder dünne Materialien, einschließlich Kunststoffe (gemäß ASTM D785)
HRLW 1/4" Hartmetallkugel 60
HRMW 1/4" Hartmetallkugel 100
HRPW 1/4" Hartmetallkugel 150
HRRW 1/2" Hartmetallkugel 60
HRSW 1/2" Hartmetallkugel 100
HRVW 1/2" Hartmetallkugel 150

Wie liest und stellt man einen Rockwell-Härtewert dar?

Ein Härtewert nach Rockwell setzt sich aus drei Bestandteilen zusammen:

  1. einem numerischen Härtewert
  2. den zwei Großbuchstaben HR, die für „Härte nach Rockwell“ stehen
  3. der Bezeichnung der Rocwellskala, die die Kombination aus der Hauptlast (Prüfgesamtkraft) und der Art des Eindringkörpers definiert, die bei der entsprechenden Rockwellmethode verwendet wird.

Hinweis:Prüfmethoden mit einem kugelförmigen Eindringkörper müssen seit der Normänderung der ISO 6508 Normenreihe im März 2015 zusätzlich mit einem „W“ gekennzeichnet werden. Das W gibt Auskunft über den Kugelwerkstoff (Wolframkarbid).

Beispiele der Darstellung und Leseweise eines Rockwell-Härtewertes: 

Nach dem „normalen“ Rockwell-Verfahren (Regular Rockwell), Methode HRC:

45 HRC: 

  • 45 …Härtewert
  • HR …nach Rockwell
  • C …mit Hauptlast 150 kgf und Eindringkörper Diamant 120°

Nach dem Super Rockwell-Verfahren (Superficial Rockwell), Methode HR30T:

80 HR30TW:

  • 80 …Härtewert
  • HR …nach Rockwell
  • 30 …mit Hauptlast 30 kgf
  • TW …und Eindringkörper 1/16 Zoll Kugel aus Wolframkarbid

Vor- und Nachteile des Rockwell-Härteprüfverfahrens

Die Rockwellprüfung zeichnet sich durch zahlreiche Vorteile aus, die sie in der industriellen Praxis besonders beliebt machen:

  • Eine aufwändige Probenvorbereitung wie Trennen, Schleifen oder Einbetten ist nicht erforderlich.
  • Der ermittelte Härtewert kann direkt abgelesen werden – eine zusätzliche optische Auswertung, wie sie bei Brinell-, Vickers- oder Knoop-Verfahren notwendig ist, entfällt.
  • Das Verfahren überzeugt durch seine Geschwindigkeit und Wirtschaftlichkeit: Der Prüfzyklus ist kurz, und Rockwellhärteprüfer sind im Vergleich zu optischen Prüfgeräten kostengünstiger, da keine komplexe Optik benötigt wird.

Trotz vieler Vorteile bringt die Härteprüfung nach Rockwell auch einige Nachteile mit sich:

  • Die Genauigkeit des Verfahrens kann beeinträchtigt werden – bereits kleine Messfehler bei der Tiefendifferenz können zu deutlichen Abweichungen im ermittelten Härtewert führen.
  • Die Prüfstelle muss absolut sauber und frei von Verunreinigungen wie Zunder, Öl oder Fremdkörpern sein, um ein zuverlässiges Prüfergebnis sicherzustellen.
  • Der Zustand des Eindringkörpers spielt eine entscheidende Rolle: Abnutzung oder Abweichungen von den Normvorgaben beeinflussen das Ergebnis. Es dürfen daher ausschließlich zertifizierte und kalibrierte Eindringkörper verwendet werden.
  • Bei sehr harten Werkstoffen lassen sich Unterschiede im Härtegrad mit dem Rockwell-Prüfverfahren nur schwer differenzieren, selbst bei exakter Ablesung an der Rockwellskala.

Welche Eindringkörper werden bei der Rockwell Härteprüfung verwendet?

Was ist der Unterschied zwischen Rockwell und Super Rockwell?

Welche Rockwell-Skala ist die gebräuchlichste?

Was bedeutet die Abkürzung HRC bei der Härteprüfung?

Wie hoch ist die Mindestdicke einer Probe für die Rockwell Härteprüfung?

Warum muss bei der Härteprüfung Rockwell eine Prüfvorlast aufgebracht werden?

Wie wird die Rockwell Härte nach ISO 6508 korrekt dokumentiert?

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