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CHD-R Verfahren

Schnelle Bestimmung der Einhärtetiefe direkt an der Produktionslinie

CHD-R – Vergleichsprüfung ohne Probenpräparation

Die normative CHD-Bestimmung erfolgt am Schliff und ist mit Präparationsaufwand verbunden. CHD-R ermöglicht die prozessnahe Randschichtprüfung direkt am Bauteil und kommt ohne zerstörende Präparation aus.

Ihr Nutzen:

  • Keine Probenpräparation notwendig
  • Ergebnis in einem Prüfzyklus
  • Inlinefähig bis hin zur 100 %-Prüfung
  • Schnelle Prozessrückmeldung statt zeitverzögerter Laborprüfung

CHD-R ergänzt die normative CHD-Bestimmung als Vergleichsprüfung zur prozessnahen Produktionskontrolle.

Prüfprinzip
Modifizierte Tiefendifferenzprüfung in Anlehnung an Rockwell, durchgeführt auf dem DuraVision 300 G5 mit CHD-R Modul.

1. Oberflächenhärte
30 kgf (z. B. HR30N)
CHD-R mit 90°-Diamant; oder 120°-Diamant*

2. Härteverlauf
Hauptkraft: 500/750 kgf mit 90°-Diamant oder 1.000/1.500 kgf mit 120°-Diamant
Einhärtetiefe messbar bis 1,4mm


Die Eindringtiefe ist abhängig von der Einsatzhärtungstiefe.
Der gemessene Referenzwert wird mit normativ bestimmten CHD-Werten verknüpft und materialbezogen im Template hinterlegt.

Ergebnis:
Vergleichender CHD-R Wert in mm + Oberflächenhärte (HRC/HV) 

Voraussetzung: Referenzbasierte Kalibrierung

CHD-R setzt eine normative Bestimmung der Einsatzhärtungstiefe (CHD) am Schliff als Referenz voraus.

Erforderlich sind:

  • Mindestens zwei Referenzbauteile mit ähnlichen CHD-Tiefen; eine höhere Anzahl verbessert die Referenzbasis.
  • Ermittlung der CHD nach DIN EN 2639 / ISO 6507
  • Hinterlegung der Referenzwerte im System als Template
  • Für unterschiedliche Materialien und Temperaturprofile während des Härteprozesses an Bauteilen kann man unterschiedliche Vorlagen /Templates anlegen.

Anforderungen an das Bauteil

  • Mindestdicke ≥ 7 mm
  • (bzw. ≥ 10 × Eindringtiefe)
  • Plane, zugängliche Prüfstelle
  • Sichere Verspannung
  • Zylindrische Teile ≥ Ø 8 mm
  • Für die Rockwell-Prüfung geeignete Oberfläche

Qualitätssicherung und Einordnung

CHD-R ist ein vergleichendes, nicht normativ geregeltes Prüfverfahren zur Produktionsüberwachung.
Die normative CHD-Bestimmung nach DIN EN 2639 / ISO 6507 bleibt ein Referenzverfahren.

Kalibrierung und Überprüfung:

  • Das Grundgerät ist nach EN ISO 6508-2 (Rockwell) kalibrierbar.
  • Regelmäßige Überprüfung mittels zertifizierter Härtevergleichsplatten wird empfohlen.
  • Periodische normative CHD-Begleitprüfung am Schliff sichert die Referenzbasis dauerhaft.


Wesentliche Einordnung:

  • Keine normkonforme Kalibrierung des CHD-R Verfahrens möglich
  • Nicht für externe Abnahmeprüfungen geeignet
  • Kein international normiertes Verfahren

CHD-R dient der schnellen, prozessnahen Überwachung. Die normative CHD-Bestimmung bleibt maßgeblich für Spezifikationsbestätigungen.

CHD-R Eindruck vs. konventioneller CHD Verlauf

Die geätzte Schliffprobe zeigt deutlich die plastische Deformation im Bereich des Eindrucks. Zudem ist der Übergang von der gehärteten Randschicht über die eingehärtete Zone bis hin zum Grundmaterial klar erkennbar.

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