Vickers

Ablauf des Vickers-Prüfverfahrens

zurück zur Übersicht

Bei der Härteprüfung nach Vickers, einem optischen Verfahren, wird die Eindrucksgröße gemessen, die der Eindringkörper hinterlässt, bzw. die Diagonalen des Eindrucks. Im Gegensatz dazu wird bei den Tiefenmessverfahren (nur Rockwell ist genormt) die Eindringtiefe gemessen, die durch den Eindringkörper entsteht.

Je größer der Eindruck, den der Eindringkörper unter definierter Prüfkraft auf der Oberfläche eines Werkstückes (einer Probe) hinterlässt, desto weicher ist das getestete Material.

Zur Ermittlung der Härte nach Vickers (HV) nach ISO 6507 wird der pyramidenförmige Eindringkörper (mit Flächenwinkel 136°) mit einer definierten Prüflast (zwischen 10 gf und 100 kgf) in eine Probe (Werkstück) eingedrückt.

Die Vickershärte HV ergibt sich als Quotient aus der aufgebrachten Prüfkraft F (in Newton N) und der Oberfläche des bleibenden Eindrucks auf der Probe (siehe Formel unten). Zur Berechnung der Oberfläche des bleibenden Pyramideneindrucks wird der Mittelwert der beiden Diagonalen d1 und d2 (in mm) herangezogen, da die Grundfläche der Vickers-Eindrücke oft nicht exakt quadratisch ist.

Den empfohlenen Vickers Härtebereich kann man aus der Norm (ISO 6507) entnehmen. Dieser liegt je nach eingesetzter Prüfkraft und Probenmaterial zwischen 1 und 3.000 HV.

Die Prüfkraft wird optimalerweise innerhalb von fünf bis acht Sekunden von null auf ihren Endwert gesteigert (Minimierung der Messunsicherheit), das maximal von der Norm zulässige Intervall für die Aufbringzeit beträgt zwei bis acht Sekunden. Die Einwirkdauer der Prüfkraft beträgt in der Regel zehn bis 15 Sekunden (s). Bei einer längeren Einwirkdauer muss die Dauer in Sekunden im Härtewert zusätzlich angegeben werden, z.B.: 610 HV 10/30 (Einwirkdauer von 30s).

Die Prüfkräfte, die beim Vickers-Verfahren im Makrobereich eingesetzt werden, sind meist wesentlich kleiner als beim Brinell-Verfahren. Für den Makrobereich werden bevorzugt 49, 98, 196, 294, 490 und 980 N angewendet, in der Praxis wird am häufigsten mit 294 N geprüft.

Die Prüfeindrücke müssen beim Vickers-Verfahren so gesetzt werden, dass genügend Abstand zum Probenrand (Kante) sowie zwischen den einzelnen Prüfeindrücken vorliegt. Die Mindestwerte, die laut Norm dabei einzuhalten sind, finden Sie hier.